Über mich

Hausmond Edith Rabl

Am liebsten möchte ich hier nur stehen sehen: 

„Komm auf ein warmes Häferl Zeitlosigkeit und wir plaudern uns dorthin, wo sich unsere Geschichten gerade treffen wollen!“

Ich probiere es einfach und versuche, mit Worten ein Bild von mir zu malen:

 

Wir leben zu viert im unteren Mühlviertel, gut aufgehoben an einem Waldrand.

Nichts zeichnet mich so bunt und so wirbelig wie meine Familie!
Sehe ich zu wenig grün, vielleicht weil ich in jenen Momenten vieles zu schwarz sehe, dann frage ich im Wald nach.
Der Himmel blau, mein Boden braun auf viele Weisen, der Gimpelbauch rot, die Hagebutte auch, genauso wie Rilke`s Rosenröte… und schon ist alles wieder leichter…
Beim Heimkommen hake ich mich meist schon wieder ein, beim Wellengang des Lebens und stelle meine Fragen neu.
Ich liebe es, wenn es still ist. Nur der Ofen knistert mir, schlägt sanft und alt die Buschtrommel, damit ich nicht ganz verschwinde in meinen Gefühlen und Gedanken…

Ich stecke gerne in meiner Latzhose und wirble Staub auf!
Es freut mich, wenn ich etwas revitalisieren kann. Aus alten Trams hab ich ein Bett „gezimmert“, ausgediente Schwartenbretter, die einmal ein Zaunholz waren, sind nun zu wunderbaren Bücherregalen umgebastelt worden.
Viele Bücher zieren unsere Wände. Eine Zeit lang arbeitete ich als Buchhändlerin (in Wien, St. Pölten, Linz). Taggeträumt hab ich damals oft; ich komme von draußen, schäle mich aus meiner Latzhose und meinen Gummistiefeln und verschwinde mit einem Gedichtband (ein großer Liebling von mir ist die polnische Lyrikerin Wislawa Szymborska) in einer gemütlichen Ecke, Nähe Knisterofen natürlich.

So ist es auch irgendwie geworden, nur ganz anders. 

Unsere Kinder, Lorenz und Luise, bringen wunderbare Welten in mein Leben.
Mit Lorenz kam sehr viel „Warum?“ daher. Alles interessiert ihn, vieles bis in die Tiefen hinab und bis in die Weite hinaus.
Mit Luise kam dann, fünf Jahre hinterdrein, das „Warum nicht?“. Sie hat viele Ordnungen in mir verschoben. Fabian, mein Mann, ist geologisch immer auf der Suche – wir sind so steinreich, es ist nicht zu übersehen, Steine überall!!! – und wir suchen gerne mit ihm mit.
Das bringt sehr viel Farbe in unser Leben. Diese Ausflüge und Abenteuer streuen sich durch unseren Alltag. Dabei kann jedes ausgediente Grau meistens schnell wieder ausgeatmet werden.

Noch ein bisschen Farbe?
Weiß mag ich. Doch ich kann mit dieser Farbe nicht recht umgehen. Ich patze und kleckse oft! Gelb ist die Farbe, die alles erhellt. Erst dadurch kommt dieser wunderbare Puls in jedes Bild. So ist es auch mit mir und wahrscheinlich überhaupt.
Wenn ich mich nicht zum Licht hin orientiere, dann schrumpfe ich aus meiner Welt hinaus. Auch das darf sein. Aber lieber ist es mir andersrum. Darum hab ich, alles was Licht (für mich) bedeutet, gerne im Blick. 

Kann man mich erkennen? So ungefähr bin ich, von heute aus gesehen. 

Ich spiele also alle Farben.

Edith